[21.07.2018 bis 23.07.2018]
Wir rappelten mit unserem Landrover über tieffurchige Sandpisten unserer Anlegestelle im Okavango-Delta entgegen. Es war Juli, Trockenzeit. Hinter unserem Vehikel zogen wir eine riesige Staubwolke her, die uns bei langsamer Fahrt einholte und uns einpuderte. Das Wetter war fantastisch. Über uns wölbte sich ein blauer, fast wolkenloser Himmel. Dank des frischen Fahrtwindes erschienen die Temperaturen angenehm. In den Pausen jedoch spürten wir die Kraft der Sonne, die ihre Strahlen erbarmungslos auf uns hernieder schleuderte.
Goldgelbes Savannengras, aus dem Palmen, Akazienbäume und hünenhafte Termitenhügel emporwuchsen und übermannshohe Dornenbüsche, die mit ihren stachligen Ästen nach uns griffen, zischten im Wechsel an uns vorbei. Wir holperten über alte, wacklige Brücken, die uns in sumpfigem Gebiet von einer Seite auf die andere brachten.
Unvergessen bleiben auch die kleinen bunten Siedlungen mit ihren schilfgedeckten Rundbauten, in denen kreischend winkende Kinder neben unserem Landrover herliefen.
Irgendwann tauchte dann die Mokoro-Anlegestelle auf, wo man uns bereits sehnsüchtig erwartete.
Im Nu herrschte ein Gewimmel vor, das mich an einen Ameisenstaat erinnerte. In Windeseile waren Gepäck und wir Touristen auf die einzelnen Mokoros verteilt.
Dann begann eine unbeschreibliche und unvergessene Fahrt durch die Wasserwege des Okavango-Deltas. Wir glitten durch eine andere, traumhafte, von Zeit und Raum gelöste Welt. Schilf und Papyrus säumten die Kanäle. An manchen Stellen kämpften wir uns durch dahintreibendes, abgestorbenes, pflanzliches Treibgut. Mancherorts öffneten sich die Kanäle zu einem kleinen See, an dessen gegenüberliegender Seite sich unzählige schmale Wasserwege zur Weiterfahrt anboten. Ohne unsere erfahrenen Mokoro-Fahrer hätten wir uns in diesem Labyrinth verirrt. Hier und da reckten sich haushohe Palmen und Akazienbäume auf kleinen Inseln in den blauen Himmel und malten gemeinsam mit Schilf und Papyrus ein traumhaftes Bild.
Leider endete diese Einbootfahrt viel zu schnell. Nach etwas mehr als einer Stunde erreichten wir unser Ziel: Chief Island, die größte Insel im Okavango-Delta. Aber der Traum endete nicht. Es begannen zwei zauberhafte Tage. Wir erwanderten die Insel, erlebten hautnah Elefanten, Giraffen, Zebras, Kaffernbüffel und uns nicht gerade freundlich gesinnte Flusspferde, deren Gebiet wir ohne deren Erlaubnis durchquerten. Die Nächte spielten uns exotische Symphonien vor. In der ersten Nacht schlich ein Raubtier ums Lager. Sofort reagierte die Natur: Elefanten trompeteten, Vögel kreischten wild durcheinander, um das Lager herum begann ein lautes Treiben. Es würde den Rahmen eines Blogs sprengen, wenn ich beginnen würde, die magische Landschaft des Okavango-Deltas zu beschreiben. Deshalb verweise ich auf die Fotos in der Galerie zu diesem Blog-Beitrag.
Leider verstrich die Zeit in diesem Paradies viel zu schnell. Nach zwei Tagen traten wir den Rückweg an. Wie am ersten Tag verzauberte uns die Natur des Wasserlabyrinths des Okavango-Deltas. Es war ein traumhafter Abschied.
Zur Bildergalerie: Botsuana 2018 – Leopard Camping Safari